Serdars Dankesbotschaft

Liebe Freunde,
das Jahr neigt sich dem Ende entgegen und ich möchte noch einmal die Gelegenheit nutzen, um mich bei Euch allen zu bedanken für die Unterstützung und die Anregung, die Ihr mir über die letzten Wochen und Monate gegeben habt.
Vieles in diesem Jahr war spannend und neu, manches zuweilen auch traurig und anstrengend.
Ich habe nach dem Ende meiner Tourneen im vergangenen Herbst versucht neue Wege zu gehen und mich künstlerisch weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch, dass man gewohnte Pfade verlässt und Risiken eingeht. Manche Form ist dabei für den ein oder anderen ungewohnt, anderes sogar enttäuschend, der Kern der Arbeit aber bleibt hoffentlich immer wieder bereichernd und unterhaltsam.
Wie immer in solchen Phasen muss man ausprobieren, um herauszufinden was möglich ist und was nicht. Ohne den Mut zur Veränderung gibt es keinen Fortschritt. Und so habe ich bei zahlreichen neuen Projekten wertvolle Erfahrungen sammeln können, die mir zeigen in welche unterschiedlichen Richtungen mein künstlerischer Weg und die damit einhergehendende Selbstverwirklichung führen kann.
Meine wöchentliche Radiosendung die ,,Blaue Stunde" gehört zum Beispiel mittlerweile zu den Dingen, die ich nicht mehr missen möchte. Zusammen mit den engagierten Kollegen von Radioeins vor dem Mikrofon zu sitzen und ob mit oder ohne Gast, ob aufgezeichnet oder live mit Euch und Euren Gedanken in Verbindung zu treten, bereitet mir große Freude und erweitert meinen Horizont. Ich habe nicht nur sehr viel Spass dabei, sondern ich lerne mit jeder Sendung auch dazu. Dank Eurer Unterstützung läuft die ,,Blaue Stunde" schon seit über einem Jahr sehr erfolgreich und ich bin gespannt auf das, was noch kommt.
Ähnlich verhält es sich mit meiner monatlichen Talkshow ,,So!muncu" auf n-tv. Von Anfang an wollten wir eine Sendung entwickeln, die ungewöhnlich, zuweilen sogar unangenehm und für manch einen gewöhnungsbedürftig ist. Auch wenn es naheliegend wäre etablierte Strukturen so lange zu wiederholen, bis sie nicht mehr funktionieren, ist es vielleicht schwieriger, aber nicht weniger verlockend abseits von vorgegebenen Rastern neue Ideen zu konzipieren, bis sie unnachahmlich und erfolgreich geworden sind. Zusammen mit meinem Freund und Produzenten Friedrich Küppersbusch, dem Senderchef Hans Demmel und den Verantwortlichen bei n-tv suchen wir nach Ecken und Kanten. Deshalb werden wir auch in Zukunft versuchen diese Art von Talk weiter zu entwickeln. Dank der Unterstützung des Senders, dürfen wir bis Ende 2018 an dieser Idee arbeiten.
Auch politisch war das vergangene Jahr sehr aufregend und voller neuer Eindrücke und Erfahrungen. Ich habe mit meiner Kanzlerkandidatur nicht nur auf positive Art und Weise erleben dürfen wie intensiv und wechselhaft der gesellschaftliche Diskurs in diesem Land ist, sondern ich konnte aus unmittelbarer Nähe erfahren wie Teilhabe und Mitbestimmung funktioniert und wie wertvoll sie gerade angesichts der aktuellen Lage geblieben ist. Die Beiträge von Martin Sonneborn und der PARTEI zum Geschehen verstehe ich dabei nicht als ironischen Klamauk, sondern als unverzichtbaren und wichtigen Bestandteil unserer Demokratie. Nicht selten hat man heute das Gefühl, dass die Politik der Satire so nah ist wie die Satire der Politik.
Auch für diesen großartigen Zuspruch und die Unterstützung bei unserer Wahlkampagne möchte ich mich bei allen noch einmal bedanken.
Was die kommenden Wochen und Monate bringen, steht noch nicht fest. Aber es werden nicht weniger aufregende Projekte sein, an denen wir zusammen mit Freunden und Kollegen arbeiten. Ob es die ,,Tischgespräche" mit Niels Ruf sind, oder meine Inszenierung von George Taboris ,,Mein Kampf" am Theater in Konstanz, ob es im Fernsehen oder im Radio ist oder vielleicht auch eines Tages wieder auf der Bühne: Ich sehe es weiter als meine Aufgabe an auf der Suche nach Wahrhaftigkeit zu bleiben, die Dinge angstfrei zu hinterfragen, sie zu bewegen und aus neuen Perspektiven verständlich und sichtbar zu machen. Dafür und für die Widerstände und Anfeindungen, die man dabei immer wieder verkraften muss, ist Eure Hilfe und Resonanz von großer Bedeutung für mich. Denn ich werde auch weiterhin sagen was ich denke und tun was ich nicht lassen kann. Wir sehen und hören uns also auf jeden Fall wieder und darauf freue ich mich hoffentlich genauso wie Ihr. Ich wünsche allen eine geruhsame und erholsame Adventszeit und frohe Festtage!
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